Indien

Von Mogulen

und

Maharajas

  Begleiten Sie mich in ein faszinierendes Land Mittelasiens, in dem teilweise scheinbar die Zeit stehen geblieben ist.
Von den über 900 Millionen Einwohnern sind ständig 60 Millionen auf Reisen, seien es Pilger- oder Besuchsreisen - und auch wir reihten uns in diese Massenbewegung ein.
Delhi, die Hauptstadt Indiens, mit über 10 Millionen Menschen empfängt uns mit tropischen Temperaturen, die allerdings im April -unserer Reisezeit- wegen der relativ niedrigen Luftfeuchtigkeit noch einigermaßen erträglich sind.
















Neu-Delhi, die von den Briten in den 20er Jahren angelegte Neustadt mit ihren breiten Alleen, großzügigen Parks und Bauten im Kolonialstil brodelt vor Leben. Über den Connaught Place im Herzen von Neu-Delhi gehts es den Rajpath entlang vom India Gate zum Parlament und zum Rashtrapati Bhavan, früher Residenz des Vicekönigs, heute des Präsidenten der Republik. Unvermeidlich zum Straßenbild gehören hier, wie im Rest des Landes, die Kühe, die alle Verkehrsregeln außer Kraft setzen, sowie Wasserbüffel und Kamele, die häufigsten Transportmittel.
  Sehenswert ist das Grabmal des Mogulkaisers Humayun, das als Vorbild des Taj Mahals gilt, sowie der Qutub Minar, ein 72 Meter hoher Turm mit sehenswerten Bildhauerarbeiten und der ältesten Eisensäule der Welt aus dem 4. Jahrhundert, die bis heute keinen Rost angesetzt hat. Es heißt, wenn Sie diese Säule mit auf dem Rücken verschränkten Armen umfaßen können, so geht Ihr größter Wunsch in Erfüllung.

Alt-Delhi mit seinen engen, verwinkelten Straßen erkunden wir mit Fahradrikschas. Vorbei geht es am Roten Fort, welches vom Mogulkaiser Shahjahan mit schönen Marmorhallen und Gärten errichtet wurde, zur Jama Masjid, der größten Moschee Indiens.

Unser nächstes Reiseziel ist Agra, im 16. und 17. Jahrhundert Hauptstadt des Mogulreiches und berühmt geworden durch das Taj Mahal, das vom Mogulkaiser Shahjahan für seine Lieblingsfrau in 22jähriger Bauzeit aus weißem Marmor errichtete Mausoleum.


Staunend und ergriffen stehen wir vor diesem Wunderwerk der Architektur und einem Symbol großer Liebe eines Mannes zu seiner Frau. Versunken in Gedanken erleben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang an diesem Bauwerk, das zu Recht zu den Weltwundern gezählt wird.

Der nächste Tag führt uns zum Roten Fort mit seinen zahlreichen Palästen und zum Grabmal des Itmad-ud-Daulah, einem Marmorbau mit herrlichen Intarsienarbeiten und Vorläufer des Taj Mahal.

Weiter geht es über Sikri, der mangels Wasser nach nur 14 Jahren verlassenen Hauptstadt des Mogulkaisers Akbar -mit sehr gut erhaltenen Palästen und Moscheen- nach Jaipur, wegen ihres rosaroten Anstrichs auch "Pink City" genannt.
Die Hauptstadt Rajasthans wurde 1728 von Maharaja Jai Singh schachbrettförmig und recht modern angelegt.

Das bemerkenswerteste Gebäude in der Stadt ist der Palast der Winde, hinter dessen Fassade die Damen des Hofes ungesehen das Treiben auf den Straßen der Stadt verfolgen konnten . Nicht weit entfernt liegt die von Jai Singj, einem großen Mathematiker, angelegte Sternwarte Jantar Mantar, mit deren Geräten man noch heute die Zeit und den Lauf der Gestirne recht genau bestimmen kann.
Im Stadtpalast schließlich erwartet uns eine Sammlung von auserlesenen Miniaturen, Waffen und Prachtgewändern aus der Zeit der Maharajas. Der Besuch des Basars, wo wir uns mit Gewürzen und erlesener Seite eindecken, bringt uns zurück aus "tausendundeiner Nacht" in das bunte Treiben des 20sten Jahrhunderts.

Nicht weit entfernt liegt Amber, eine Palast- und Festungsanlage, die wir auf dem Rücken von Elefanten erreichen, und die uns einen wunderschönen Blick über Jaipur und die Weite des flachen Hinterlands gewährt.
Ein Abenteuer besonderer Art ist die Rückfahrt über die "Autobahn" nach Dehli. Bestimmt ist Ihnen auf Ihren Fahrten noch nie ein Kamelfuhrwerk auf der Autobahn begegnet, schon gar nicht als Geisterfahrer auf der falschen Fahrbahn.

Die Faszination und Vielfalt dieses Landes wird uns noch lange in Erinnerung bleiben und möglicherweise den Entschluß reifen lassen, diesem Land einen weiteren Besuch abzustatten.


© H. Steuerwald

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